Ausgezogene – auch Knieküchle genannt – sind ein traditionelles Schmalzgebäck der süddeutschen, österreichischen und Südtiroler Küche. Der Namenslegende nach haben fränkische Bäckerinnen den Teig über dem Knie ganz dünn ausgezogen. Je breiter das Knie, desto größer und dünner die Küchlein. Sie sollten so dünn sein, dass man einen Liebesbrief durch sie hindurch lesen kann. Wer keine dicken Knie hatte, nahm für die Formgebung der Küchlein ein dickes, abgerundetes Stück Holz, das dem Knie nachempfunden ist. Zum Glück lassen sich Ausgezogene auch mit Fingerspitzengefühl und ohne Unterstützung von Knie oder Holz herstellen.
Text & Foto: Margarete Maria Preker
Alle Zutaten von Hand miteinander verkneten, bis ein fester Teig entsteht. Diesen dann zugedeckt 120 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen.
Den Teig dehnen und falten und zugedeckt für 12-14 Stunden in den Kühlschrank stellen.
Eine Pfanne mit reichlich Rapsöl erhitzen. Die Ausgezogenen sollen darin schwimmen können. Zusätzlich ein Schälchen mit Rapsöl vorbereiten.
Zwei Geschirrtücher nass machen, gut auswringen und nebeneinander auf einen Tisch legen.
Den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und in 10 Stücke à zirka 100 g teilen. Jeden Teigling rundschleifen.
Beide Hände in das Öl im Schälchen tauchen und dann jeden Teigling von der Mitte aus zum Rand hin rundherum mit Daumen-, Zeige- und Mittelfinger ausziehen, ohne dass der Teig reißt.
Die Küchlein auf den leicht befeuchteten Geschirrtüchern ablegen. Mit einem Holzstäbchen prüfen, ob das Fett heiß genug ist. Sprudeln Bläschen entlang des Stäbchens, können die Küchlein ausgebacken werden bis sie goldbraun sind.
Die Ausgezogenen auf Küchenpapier abtropfen lassen und nach Belieben mit Puderzucker oder Zimt und Zucker bestreuen.