Jetzt wird’s rustikal. Schrot und ganze Körner geben dem Verdauungssystem etwas zu tun. Das freut sich. Denn zwischen der leichtgewichtigen Kost des Alltags tun so ein paar Ballaststoffe mal ganz gut. Vor allem, wenn sie so aromatisch daherkommen und dank langer Frischhaltung auch nach einer Woche noch jede Mahlzeit bereichern.
Wer einmal eine Hamburger Bäckerei besucht hat, ist sicher nicht an den süßen Hefegebäcken vorbeigekommen. Franzbrötchen sind schon lange Kult, finden sich mittlerweile aber auch andernorts im Bäckerei-Sortiment. Mit Zimt und Zucker gefüllt sowie dank ihres besonderen Aussehens sind sie einfach eine besondere Leckerei – auch in der glutenfreien Variante, die sich an Franzbrötchen anlehnt.
Emmer und Einkorn bleiben Liebhaber-Getreide. Auf dem Acker liefern sie wenig Ertrag, beim Kneten sind sie sensibel, in der Krume eher kompakt. Dafür liefern sie Geschmack vom Feinsten. Und mit dem etwas feiner ausgemahlenen „Emmermehl hell“ gerät das Brot auch etwas luftiger. Man kann sich also von den beiden Nischen-Mehlen durchaus den Gaumen verwöhnen lassen.
Wenn Roggen und Dinkel aufeinandertreffen, würde man zunächst eher schwere und kompakte Brote erwarten. Aber die Sache lässt sich mit etwas Weizen auflockern. Im Dreiklang ergibt das ein locker-luftiges Gebäck mit vollmundigem Aroma. Ein ideales Pausenbrot, das sich für herzhafte Aufstriche ebenso eignet wie für Süßes.
Duftender Espresso ist nicht nur in Italien ein Genuss, sondern auch im Brot. Die Kaffeetante verdankt ihren Charakter aber nicht nur dem beliebten Heißgetränk, sondern auch den kernigen Saaten sowie dem aromatischen Roggenschrot. Getrieben mit einer weiteren Italienerin, der Lievito Madre, bringt sie selbst im Winter Urlaubsfeeling auf den Tisch.