Kartoffelbrot ist ein Klassiker. Meist wird das Gemüse als Brei zum Teig gegeben, gibt unsichtbar sein Aroma. Der Bonner Bäcker Max Kugel hingegen packt große Stücke ins Brot. Dieses hier liegt dazwischen. Die Kartoffeln werden grob zerdrückt. Viele Bio-Bauern besinnen sich zur Zeit auch hier auf Ursorten. Und so kann man auch Kartoffeln in schönen Farben wie Blau oder Violett bekommen – und ein wenig Farbe ins Brot bringen. Es schmeckt aber mit der klassisch gelben Kartoffel ebenso lecker.
Mit kräftiger Schoko-Mandel-Note und nur wenig Süße kommt dieses Brot daher, das mit seinen Aromen sowohl zu kräftigem Weichkäse als auch zu süßen Aufstrichen passt. In jedem Fall sorgt es in der Osterzeit – aber natürlich auch im Rest des Jahres – für Kontrast auf dem Esstisch.
Es gibt ja gestandene Bäckersleut‘, die behaupten, ein Vollkornbrot müsse immer im Kasten gebacken werden. Hier ist der Gegenbeweis. Gutes Handwerk genügt. Ein Kochstück bringt ordentlich Saftigkeit ins Brot, das sich dennoch hervorragend formen lässt. Geschmacklich bleiben ohnehin keine Zweifel.
In Ausgabe 2/18 von BROT haben wir über die Münchner Initiative Brot am Haken berichtet, die dafür sorgt, dass Kundinnen und Kunden in Bäckereien Lebensmittel unkompliziert an Bedürftige weitergeben können. Inzwischen hat der Verein eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne durchgeführt und so Geld eingesammelt, um die Botschaft zu verbreiten und mehr Partner zu gewinnen. Zum Dankeschön für die Finanziers gehört ein Rezept, das unsere Redaktion entwickelt hat. Ziel war ein einfaches Brot, machbar ohne Vorkenntnisse und nennenswerten Aufwand. Dabei entwickelt es in 24 Stunden Gärzeit ein hervorragendes Aroma, während jene Inhaltsstoffe des Weizens durch die Fermentation abgebaut werden, die für manchen Menschen schwer verdaulich sind.
Hier ist das Getreide der Star. Denn Rotweizen bringt allein schon ein tolles Aroma mit. Und so braucht es neben Mehl und Körnern auch nur Wasser und Salz für ein wunderbar aromatisches Brot. Die ganzen Körner sind Geschmackssache – wer sie nicht mag, lässt das Kochstück einfach weg. Sie geben dem Brot aber Charakter. Die Körner in der Kruste schmecken ein wenig nach gepopptem Mais. Einfach lecker.