Gutes Brot braucht Zeit. Das gilt insbesondere dann, wenn der Teig sein Aroma im Kühlschrank über Nacht entfalten darf. Wer die Geduld aufbringt, wird mit einem leckeren Laib belohnt, der dank einer guten Portion Buttermilch eine fluffige Krume hat. Ein fantastisches Alltagsbrot mit dem gewissen Etwas.
Eine lange Gehzeit ist das Geheimnis des guten Geschmacks und der Verträglichkeit bei den meisten Broten. Besonders lecker ist die Kombination aus zweierlei Dinkelmehlen und Ruchmehl in Verbindung mit einem guten Schuss Buttermilch. Er gibt dem Laib eine mildsaure Joghurt-Note.
Ausgezogene – auch Knieküchle genannt – sind ein traditionelles Schmalzgebäck der süddeutschen, österreichischen und Südtiroler Küche. Der Namenslegende nach haben fränkische Bäckerinnen den Teig über dem Knie ganz dünn ausgezogen. Je breiter das Knie, desto größer und dünner die Küchlein. Sie sollten so dünn sein, dass man einen Liebesbrief durch sie hindurch lesen kann. Wer keine dicken Knie hatte, nahm für die Formgebung der Küchlein ein dickes, abgerundetes Stück Holz, das dem Knie nachempfunden ist. Zum Glück lassen sich Ausgezogene auch mit Fingerspitzengefühl und ohne Unterstützung von Knie oder Holz herstellen.
Wer behauptet, Brotbacken sei kompliziert, kennt dieses Rezept noch nicht. Fünf Minuten Vorbereitungszeit reichen aus, um ein wirklich perfektes Brot herzustellen. Abwiegen, mischen, ruhen lassen, formen und backen. Die wichtigste Zutat ist Zeit. Sie sorgt für ein intensives Aroma, eine tolle Kruste und eine flaumige Krume.